Wie Design Thinking neue Ideen fördert – wir erklären Dir die Phasen des Design Thinking Prozesses

10.08.2021

Innovative und kreative Produkte oder Dienstleistungen sind das Salz in der Suppe eines jeden Unternehmens. Wir möchten Dir zeigen, wie Dir Design Thinking zu Innovationen verhilft, die Deine Kunden wirklich brauchen und lieben werden.

Bevor wir Dir Design Thinking als Teil des agilen Managements genauer erklären, möchten wir Dir ein gutes Beispiel aus der Praxis vorstellen. Die Innovationsagentur IDEO verhalf einem Pflegeartikelhersteller in den USA zu einer deutlichen Umsatzsteigerung. Deren Auftrag war es, ein neues Design für eine Kinderzahnbürste zu kreieren. Dabei konzentrierten sich die Mitarbeiter des Projektes im Sinne von Agilität vor allem auf die Nutzer, sprich die Kinder. Während sie die Kinder beim Zähneputzen beobachteten, stellten sie fest, dass es ihnen häufig schwerfiel, sehr kleine Zahnbürsten mit schmalen Stielen richtig zu greifen. Daraufhin verpasste IDEO der neuen Kinderzahnbürste einen breiten Griff. Infolgedessen war sie die für Monate bestverkaufte Kinderzahnbürste in den USA. Da die agilen Coaches das Problem der Nutzer verstanden haben, prägte die Innovation nachhaltig den Markt. Denn wenn Du Dich heute in den Supermärkten umschaust, wird Dir kaum ein anderes Design bei Zahnbürsten für Kinder unterkommen.

Vielleicht denkst Du Dir jetzt: „Hätte nicht eher einer darauf kommen können?“ Im Nachhinein betrachtet scheint die Idee so einfach wie genial. Daher geht es beim agilen Arbeiten also nicht nur darum, neue Ideen zu entwickeln, sondern die richtigen Ideen für Deine Kunden bedürfnisorientiert zu entwickeln. Dabei zeichnet sich ein agiles Projektmanagement durch eine relevante Lösungsfindung (Design Thinking) und effektive Umsetzung (Lean Start-up, Scrum und Kanban) aus.

Was ist Design Thinking?

Design Thinking bildet eine agile Methode, die besonders in der frühen Phase einer Produktentwicklung eingesetzt wird. Als Teil des agilen Manifests geht es beim Design Thinking um das Verstehen eines Problems und die entsprechende Lösungsfindung. Dabei ist es wichtig, dass Design Thinker das Problem hinterfragen und Nutzer beobachten. Indem sie genau analysieren, können sie kreativ die richtigen Lösungen finden.

Der Design Thinking Prozess – in sechs Schritten von der Idee zur Lösung

Der Design Thinking Prozess umfasst sechs Phasen vom Verstehen der Thematik bis zum Test des Konzepts und der Lösung. Der Design Thinking Prozess kann hierbei als iterativer Ablauf gesehen werden, in dessen Zentrum der Nutzer mit seinen Bedürfnissen steht. Die Design Thinking Phasen sollen somit bei Bedarf wiederholt werden, um die Idee immer weiter zu verfeinern und neue Ideen zu generieren. Das Wichtigste an der Sache ist, offen zu sein und öfters mal eine neue Richtung einzuschlagen. Dabei sollte man nie die Geduld verlieren: der gesamte Design Thinking Prozess kann Tage, aber auch Monate dauern.

Phase 1: Verstehen
Die erste Phase des Design Thinking Prozesses dient der Erlangung eines Gefühls und Verständnisses der Thematik. Hierbei sollte zudem über den Tellerrand hinausgeschaut werden, um das Problem mit einer gewissen Weitsicht anzugehen.

Phase 2: Beobachten
Die zweite Design Thinking Phase widmet sich der Beobachtung von Nutzern und Verhaltensweisen, um deren Bedürfnisse zu erkennen. Empathie sollte hier vor eigenen Interpretationen und Annahmen stehen.

Phase 3: Standpunkt definieren
Damit ist die Synthese der ersten beiden Schritte gemeint. Das Ziel dieser Phase ist es aus den Beobachtungen einen konzeptionellen Rahmen zu entwickeln, der die zentrale Herausforderung des Problemraums definiert.

Phase 4: Ideen finden
Innerhalb der vierten Phase des Design Thinking Prozesses werden Ideen generiert, mithilfe derer das Problem gelöst werden kann. Hierfür werden diese zunächst gesammelt, nachvollziehbar bewertet und schlussendlich priorisiert, um eine Fokussierung vorzunehmen.

Phase 5: Prototypen entwickeln
Nach Abschluss der vierten Phase werden die Ideen greifbarer und kommunizierbar. So kannst Du erste Prototypen entwickeln, die dem Kunden anschließend präsentiert werden, um ein erstes Feedback zu erhalten und mit der Zielgruppe ins Gespräch zu kommen.

Phase 6: Testen
Der letzte Schritt des Design Thinking Prozesses dient dem Ausprobieren verschiedener Lösungen und deren Anpassungen. Die Prototypen sollten von der Zielgruppe genauer evaluiert werden, um Verbesserungen und Feedback weiter umzusetzen. Je nach Ausgang dieser Testphase müssen einzelne Phasen des Design Thinking Prozesses unter Umständen wiederholt werden, um eine optimale Lösung zu finden. Erst dann kann die Implementierung starten.



Wann wird Design Thinking eingesetzt?

Dieser strukturierte Ansatz für Innovation ist immer dann einsetzbar, wenn eine Dienstleistung, ein Produkt oder eine Anwendung für den Nutzer entwickelt oder verbessert werden soll. Erst wenn sich der Anwender verstanden fühlt und Du Empathie aufgebaut hast, wird er zum treuen Kunden. Dabei liegt per Definition des Design Thinking Prozesses der Fokus auf Wünschbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit. Während des iterativen Prozesses verbessern die Feedbackschleifen mit Kunden die Innovationsbilanz. Dabei traut sich das agile Unternehmen aus seinen sicheren Mauern heraus, um im freien Feld praktikable, kreative und innovative Lösungen zu entwickeln.


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