Nonverbale Kommunikation: Körpersprache – mit Händen und Füßen kommunizieren

20.12.2021

Ein freundliches Lächeln, aufrechte Haltung und aufmerksames Zuhören wirkt auf andere zunächst grundlegend sympathisch und ist für einen positiven Eindruck eine gute Grundlage. Allerdings verbirgt sich hinter der nonverbalen Kommunikation einiges mehr. Unter anderem Faktoren, die nur schwer beeinflusst werden können, aber eine konkrete Wirkung auf Dein Gegenüber haben. Die Körpersprache ist die zentrale Form der nonverbalen Kommunikation. Über sie wird ununterbrochen kommuniziert und oft, ohne es selbst wahrzunehmen. Denn Dein Körper ist konstant in Bewegung und sendet dauerhaft nonverbale Signale aus, die Dein Gegenüber empfängt und deutet. Daher ist es umso wichtiger, sich dessen bewusst zu sein und zu wissen, wie man seine Körpersprache zum eigenen Vorteil einsetzt.

Was ist Körpersprache und warum ist sie so wichtig? Die nonverbale Kommunikation

Die Körpersprache sagt einiges über den eigenen Zustand aus. Laut Wissenschaftlern setzt sich der erste Eindruck einer Person zu 55% aus Haltung,

  • Mimik,
  • Gestik,
  • Aussehen,
  • Kleidung,
  • Betonung und
  • Dialekt

zusammen und 38% werden durch die Tonalität der Stimme beeinflusst. Gesprochene Worte zählen dabei nur zu 7%. Wie Du auf andere wirkst, wird also stark von Deiner Körpersprache beeinflusst und spiegelt die eigene Haltung oder die Deines Gegenübers oft zuverlässiger wider als das Gesprochene. Nonverbale Kommunikation ist fest in einem verankert und findet häufig unbewusst statt, sodass man sie nur schwer lenken, geschweige denn unterdrücken kann.

Dabei werden vor allem Emotionen wie Wut, Angst, (Un)Sicherheit, Freude etc. ausgedrückt. Selbst wenn diese nur für einen Bruchteil einer Sekunde stattfinden. Körperhaltung, Gesten und Gesichtsausdruck sind unmittelbarer und in der Regel ein unverfälschter Ausdruck unserer Empfindungen. Andersherum – wenn eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Gesagten und der Körpersprache wahrgenommen wird, verursacht dies beim Gegenüber Verwirrtheit und Unsicherheit und kann andere Personen sogar verärgern. Wissenschaftler haben diesbezüglich herausgefunden, dass sich das Gegenüber in dem Fall weit mehr auf die Körpersprache verlässt als auf das Gesagte.

Mimik und Gestik – So kannst Du Körpersprache trainieren

Der emotionale Zustand einer Person spiegelt sich in der Haltung des Körpers und der Bewegung wider. Eine gute und aufrechte Körperhaltung strahlt Selbstbewusstsein aus. Hingegen wird Trauer oder Unsicherheit durch hängende Schultern und ein in Richtung Boden gerichteter Blick signalisiert. Doch kannst Du bewusste Körpersignale zielgerichtet für bweusste nonverbale Kommunikation einsetzen, gerade wenn es um wichtige Events wie Vorstellungsgespräche, Reden vor großem Publikum halten oder Deinen Berufsalltag im Allgemeinen geht. Du möchtest offen, selbstsicher und souverän wirken, dabei aber nicht überheblich oder arrogant.

Ein Teil der nonverbalen Kommunikation ist der Blickkontakt mit dem Gegenüber. Bei der ersten Begegnung sind es meist die Augen, in die zuallererst der Blick fällt. Hält der Blickkontakt einen Moment lang an, signalisiert dies Offenheit, Sympathie und Bereitschaft zur Kontaktaufnahme. Ein flüchtiger Blick dagegen kann unsicher oder arrogant wirken.

Neben einem sicheren, ruhigen und aufrechten Stand ist die Körperhaltung beim Sitzen nicht weniger wichtig. Angenommen Du befindest Dich in einem Vorstellungsgespräch, dann solltest Du darauf achten, dass Du aufrecht und entspannt, mit beiden Füßen auf dem Boden und nicht unbedingt breitbeinig der Person gegenübersitzt. Achte darauf, dass Dein Oberkörper früher oder später nicht erschlafft oder sich seitlich zum Tisch dreht, denn damit signalisierst Du Desinteresse und wirkst gelangweilt.

Bei einer Rede kommt es nicht nur auf deren Inhalt, Struktur und Formulierungen an, sondern auch auf deren Dynamik durch die Bewegung des Körpers. Gesten können hierbei die Stimme unterstützen und ihr Nachdruck verleihen. Wenn Deine Körperbewegungen die ausgesprochenen Gefühle unterstützen, kann das Publikum besser verstehen, was Du übermitteln möchtest. Eine offene Armhaltung ist hier das A und O – verschränkte Arme und unruhige oder hektische Bewegungen ein No-Go.

Um für Dich typische Gesten zu vermeiden, frage bei Freunden oder Familie nach. Die können Dir sicher ein paar hilfreiche Tipps geben und Dir wahrscheinlich sagen, welche nonverbalen Signale Du üblicherweise sendest. Gesten, die häufig gemacht werden, sind zum Beispiel

  • Ins Gesicht und vor allem ans Kinn fassen,
  • Durch die Haare fahren,
  • Am Kopf oder an der Nase kratzen,
  • Am Ohrläppchen zupfen oder
  • Kleidung geradeziehen.

Dies sind alles nonverbale Signale, die Unsicherheit signalisieren, aber vermeidbar sind. Denn mit etwas Übung kannst Du Körpersprache trainieren. Um seriös und selbstsicher zu wirken, solltest Du die Hände jedenfalls lieber aus diesen Arealen lassen.

Unbewusste Körpersprache – Kraft der nonverbalen Kommunikation

Verbale und nonverbale Kommunikation unterscheidet sich im Wesentlichen darin, dass nonverbale Kommunikation ohne Geräusch stattfindet und dass Worte dagegen bewusst verwendet werden. Die Motorik des Körpers spielt hier die Hauptrolle, denn Bewegungen werden vom Gehirn gesteuert und koordiniert, wodurch einige davon, wie bereits gezeigt, weniger gut zu beherrschen sind. Die Körpersprache gilt daher als authentischer, wahrer und unverfälschter. Körpersprachliche Äußerungen geben unausgesprochene Gefühle, Gedanken und Absichten preis – meist mehr und intensiver als man möchte. Es gibt Körperbewegungen und Ausdrucksformen, die man kaum falsch deuten kann, jedoch kann man sich in nonverbaler Kommunikation genauso missverstehen, wie in verbaler Kommunikation. Schließe also auch hier keine voreiligen Interpretationen.

Zwar gibt es körpersprachliche Signale, die kulturelle Grenzen ohne Probleme überwinden können, wie das Lächeln zum Beispiel – wirkt positiv und sympathisch. Dennoch existieren Ausdrucksformen, die je nach Kulturkreis unterschiedlich gewertet werden. Zum Beispiel hat der „Daumen hoch“ wie wir ihn kennen an manchen Orten der Welt – unter anderem Sardinien, Kolumbien, Teile Westafrikas eine ganz andere oder sogar negative Bedeutung. Ähnlich ist es beim Nicken und Kopfschütteln.

Körpersprache deuten: Welche Signale werden nonverbal gesendet?

Die Körpersprache in jedem Fall korrekt zu deuten, funktioniert nicht immer. Trotzdem gibt es gewisse nonverbale Signale, die Du mit ziemlicher Sicherheit richtig ablesen und an Dir selbst optimieren kannst. Einige dieser typischen Körperhaltungen oder mimischen Äußerungen sind beispielsweise

  • Offene Arme -> implizieren einen sicheren Stand und Offenheit gegenüber dem Publikum
  • Verschränkte Arme -> signalisieren Unsicherheit, man „stützt sich an sich selbst ab“
  • Lächeln -> deutet das Gegenüber als freundlich und positiv
  • Stirnrunzeln -> drückt Zorn und Ärger aus.

Psychologie der Körpersprache – Geheimnisse der nonverbalen Kommunikation

Wenn Du die Körpersprache besser verstehen möchtest, solltest Du natürlich auch über deren Geheimnisse Bescheid wissen. Hier ein kurzer Einblick in die Psychologie der Körpersprache:

Bereits bekannt ist, dass Deine innersten Empfindungen oft schon über Deine körperlichen und mimischen Bewegungen, sowie der Stimmlage ausgestrahlt werden. Darüber hinaus gibt es Aspekte der nonverbalen Kommunikation, die leicht zu beobachten und zu kontrollieren sind. Dazu zählt die Dauer des Blickkontakts. Ein Augenkontakt von etwa 3 Sekunden wird normalerweise in jedem Fall wahrgenommen. Ein Augenkontakt, der ca. 4 Sekunden stattfindet, signalisiert Interesse. Wenn der Blickkontakt länger als 4 Sekunden anhält, kann sich Dein Gegenüber bedroht fühlen, besonders, wenn der Blick regelrecht durchbohrt wird. Menschen, die den Augenkontakt zu anderen meiden, wirken meist unsicher und schüchtern oder sie erwecken den Eindruck, sie hätten etwas zu verbergen. Im Zusammenhang damit, existieren nicht beeinflussbare Körperreaktionen, die an die Körpersprache gekoppelt sind, wie zum Beispiel das Erweitern und die Verengung der Pupillen. Diese erweitern sich bei Interesse und werden kleiner, wenn das Gegenteil der Fall ist.

Außerdem haben Psychologen ein spannendes Konzept entdeckt, mit dem Du gut erkennen kannst, ob Dein Gegenüber Dich mag oder nicht. Dieses Konzept nennt sich Mirroring und fokussiert sich im Speziellen auf die Körperhaltung Deines Gegenübers, die er während eines Gesprächs einnimmt. Forscher konnten herausfinden, dass Menschen während einer Unterhaltung die gleiche Körperhaltung einnehmen, vorausgesetzt, sie sind einander sympathisch. Das eigene Körperverhalten wird also vom Gegenüber gespiegelt – hast Du die Arme verschränkt, verschränkt Dein Gegenüber die Arme sehr wahrscheinlich auch. Warum ist das so? Im Falle von Sympathie zielt der Körper auf Gleichheit oder Ähnlichkeit, denn damit fühlt er sich wohl. So wird unter anderem eine Verbindung zum anderen Menschen aufgebaut oder gestärkt.

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