Management

Qualitätsmanagement: Definition, Modelle und Nutzen

28.07.2020

Was ist Qualitätsmanagement? Qualitätssicherung im Unternehmen

Der Begriff des Qualitätsmanagements spielt in vielen Unternehmen eine wichtige Rolle. Qualität definiert sich inzwischen auf Basis von Normen wie der ISO 9001. Ziel ist die Verbesserung von Prozessen, Produkten oder Dienstleistungen. Darüber hinaus lassen sich durch Qualitätsmanagement auch Prozesse auf ihre Effizienz überprüfen und im Bedarfsfall optimieren.

Was bedeutet Qualitätsmanagement?

Das Qualitätsmanagement (QM) beschreibt im weitesten Sinn den Vorgang einer Überprüfung. Die Überwachung der Qualität bezieht sich entweder auf die Abfolge von Prozessen oder den Zustand eines Produktes. Unternehmen nutzen das Verfahren zur Qualitätssicherung. Außerdem können sie ihre Angebote so kontinuierlich verbessern. Ziel ist einerseits das Erreichen einer bestimmten Qualität, um Kunden zufriedenzustellen. Auf der anderen Seite ist QM notwendig, um Normen für die Zulassung von Produkten oder Dienstleistungen zu erfüllen

Allerdings lässt sich das Verständnis von Qualitätsmanagement sowohl in Theorie und Praxis als auch in den verschiedenen Branchen vielfältig darstellen. Eine Formel behält aber stets ihre Gültigkeit: Es geht beim Begriff Qualität im Bereich Qualitätsmanagement immer um die Erfüllung von Anforderungen.

Der maßgebende Faktor für die Überprüfung von Anforderungen im unternehmerischen Umfeld ist die strukturierte Vorgehensweise und deren Dokumentation. Wir erklären daher im folgenden Absatz, wie Qualitätsmanagement funktioniert.

Wie funktioniert das System der Qualitätskontrolle?

Qualitätssicherung im Unternehmen beinhaltet nicht nur den schnellen Blick auf ein Produkt oder den Check zur korrekten Erledigung einer Dienstleistung. Vielmehr handelt es sich um ein geplantes Verfahren mit definierten Maßnahmen und umschließenden Rahmenbedingungen. Das Vorgehen hängt immer von den jeweiligen Anforderungen an die Qualität ab. Identisch ist meistens nur die Intention zur kontinuierlichen Verbesserung von Abläufen oder Arbeitsleistungen. Deren Optimierung fördert wiederum die Qualität des eigentlichen Portfolios unternehmerischer Organisationen.

Die Tätigkeiten eines Qualitätsmanagers zielen beispielsweise auf die Verbesserung der internen und externe Kommunikation ab. Auch die Erhöhung der Anzahl von zufriedenen Kunden oder die allgemeine Verbesserung von betrieblichen Vorgängen gehören dazu. Ein Qualitätsmanager achtet außerdem darauf, dass Mitarbeiter ausgefüllt, glücklich und dadurch am Ende produktiver sind.

Aufgrund der vielen Bereiche, in denen die Kontrolle von Qualität eine hohe Relevanz hat, existieren verschiedene Modelle für das Qualitätsmanagement. Wir stellen Dir hier zwei der häufigsten Konzepte vor: das EFQM-Modell und die NORM ISO 9001.

European Foundation for Quality Management Modell (EFQM-Modell)

Das EFQM-Modell der European Foundation for Quality Management stellt eine grundsätzliche Bewertung von Produkten oder Dienstleistungen in den Mittelpunkt. Diese Kontrolle vollzieht sich in Eigenverantwortung der Unternehmen. Sie müssen keine definierten Vorgaben erfüllen. Die Foundation wurde 1988 von 14 europäischen Unternehmen gegründet. Sie widmet sich der Aufgabe, Qualitätsmanagementsysteme bekannt zu machen und wirbt für deren Anwendung.

Qualitätsmanagement nach dem Modell ISO 9001

Die ISO 9001 schreibt im Vergleich zum EFQM-Modell gewisse Anforderungen vor, die ein Unternehmen erfüllen muss. Diese Mindeststandards nach ISO 9001 sind für Körperschaften und Unternehmen mit einem Qualitätsmanagementsystem verbindlich. Die Norm sagt aus, dass mit Produkten oder Dienstleistungen einerseits der Anspruch von Kunden befriedigt wird. Auf der anderen Seite beinhaltet die ISO 9001 auch behördliche Standards. Oft geht mit Erfüllung der Normen auch die Zertifizierung von Prozessen oder Produkten einher, sodass Organisationen nicht daran vorbeikommen, ein QM-System aufzubauen.

Total-Quality-Management

Eine weitere Methode für das unternehmerische QM-System ist das Total-Quality-Management. Die Zielstellung konzentriert sich hier darauf, ein hohes Niveau dauerhaft zu gestalten. Dabei soll die Nachhaltigkeit in allen Unternehmensbereichen und damit auch für alle Mitarbeiter erreicht werden. Dieses Konzept ist häufig eingebettet in die Unternehmensführung, also sehr relevant für Vorgesetzte. In unserem Online-Kurs für Qualitätsmanagement für Führungskräfte lernst Du mehr über die Anwendung und Ziele eines QM-Systems.

Qualitätsmanagement-System erfolgreich im Unternehmen einführen

Der Aufbau eines QM-Systems ist eine Aufgabe, die meistens im laufenden Betrieb erfolgt. Als verantwortliche Ebene sind die Angestellten im Projektmanagement mit der Einführung betraut. Sie kennen die Abläufe im Unternehmen bereits und wissen, wie sich am besten die Maßnahmen zur Einführung eines Qualitätsmanagements umsetzen lassen.

Wir geben hier nur eine Übersicht zur Einführung eines Qualitätsmanagementsystems in Organisationen. Mehr zu diesem Thema erfährst Du in unserem konkreten Online-Kurs Qualitätsmanagement für Führungskräfte. Die folgende Liste fasst die wichtigsten Schritte zusammen, um ein QM im Unternehmen zu integrieren:

1.    Benenne einen Projektleiter oder Qualitätsmanager
2.    Setze ein Projekt auf und plane Phasen und Ressourcen
3.    Informiere alle Angestellten über das Vorhaben
4.    Lege Rahmen und Ziele für Dein Qualitätsmanagement fest
5.    Definiere inhaltliche Elemente durch Vergleich von Ist-Zustand und Anforderungen
6.    Erstelle ein Handbuch mit zentralen Maßnahmen zur Erfüllung der Standards
7.    Führe einen internen Audit zur Umsetzung mit den Mitarbeitern durch
8.    Wähle den passenden Auditor zur Zertifizierung deines QM-Systems

Mehrwerte durch regelmäßige Qualitätskontrolle

Qualität ist für alle Firmen und Organisationen, die Kunden zufriedenstellen möchten, ein notwendiger Anspruch. Dabei reicht es nicht, den Anspruch in der Philosophie mit Worten schön zu beschreiben, sondern ihn auch innerhalb der Organisation zu leben.

Oft verkennen vor allem leitende Angestellte das Thema und die damit verbundenen Vorteile. Ausgereifte Qualitätsmanagement-Systeme sind nützlich. Die Vorteile für ein Unternehmen liegen dabei auf der Hand. Die Optimierung und Verbesserung von Abläufen und gewohnten Methoden der Zusammenarbeit aller Abteilungen fördert letztendlich auch die Qualität der Arbeit und deren Ergebnisse. Mit der Qualität von Produkten und Dienstleistungen wächst die Akzeptanz der Kunden. So steigt auch der Marktanteil und verbessert Umsatz und Gewinne.

Ein regelmäßiger Audit hilft dabei, auftretende Fehler im System zu entdecken und zu beseitigen. Führungskräfte können durch die Ergebnisse aus einem Audit eine faktengestützte Entscheidungsfindung treffen. Die effiziente Verwendung von Ressourcen und die zielgerichtete Förderung von Mitarbeitern durch passende Weiterbildungen sind Beispiele für Maßnahmen in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Das alles sorgt für eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit.

Wer ist für Qualitätsmanagement geeignet?

Gewöhnlich bestimmen Unternehmen intern einen Qualitätsmanager, der nach bestimmten Kriterien das Niveau bewertet und die Optimierungsmaßnahmen überwacht und steuert. Die Verbesserung tritt allerdings nur dann ein, wenn alle Mitarbeiter in allen Abteilungen und unabhängig ihrer Funktion dabei mitwirken.

Über unterschiedliche Wege kann ein Angestellter zum Qualitätsmanager werden. Häufig erfolgt die Ausbildung im QM über eine Weiterbildung. Auch Quereinsteiger haben so eine Chance auf diese spannende Aufgabe. Positiv wirken sich dabei vor allem Erfahrungen im Projekt- oder Prozessmanagement aus. Letztendlich ist die Qualitätssteuerung mehr oder weniger ein Bestandteil aus dem Projektmanagement. Entscheidend für den Erfolg ist ein Plan und der Hang zur Perfektion. Darüber hinaus bringen die Beschäftigten beste Voraussetzungen mit, die über analytische Fähigkeiten verfügen und Details sowie Regeln lieben.

In unserem Online-Kurs zum Qualitätsmanagement für Führungskräfte erfährst du mehr über die Grundlagen des Qualitätsmanagements und den prozessorientierten Ansatz. Nutze diese Chance zur Weiterbildung.