Persönlichkeitsentwicklung

Fachkräftemangel? - So gelingt die Fachkräftesicherung

21.09.2020

Der Fachkräftemangel ist oft ein Recruiting-Problem. Die Personalgewinnung wird für Arbeitgeber zunehmend zur Herausforderung. Employer Branding ist deshalb wichtiger denn je. Lies hier, wie Du am effektivsten Fachkräfte gewinnen kannst.

Wie entsteht Fachkräftemangel?

Demografischer Wandel

Die Abnahme von qualifiziertem Personal entsteht häufig durch einen demografischen Wandel der Gesellschaft. Dabei nimmt die Zahl der qualifizierten Arbeitskräfte z.B. aufgrund hoher Auswanderung, allgemeinem Geburtenrückgang in Deutschland oder schlechter Bildungsstandards ab. Der Bedarf an Spezialisten und Experten auf Unternehmensseite bleibt jedoch gleich oder aber steigt sogar. Zunächst führt diese gegensätzliche Entwicklung von Angebot und Nachfrage zu einem Engpass an Fachkräften, der langfristig in einen Mangel mündet. Der demografische Wandel hinterlässt bei einem engen bis leer gefegten Arbeitsmarkt Spuren. Es wird immer schwieriger, Arbeitnehmer, die in den Ruhestand gehen, durch junge Mitarbeiter zu ersetzen.

Rente mit 63

Der Fachkräftenotstand wird zusätzlich durch die 2014 eingeführte Maßnahme einer abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren verschärft. Tausende Fachkräfte, die noch zwei Jahre hätten arbeiten können, gingen den Unternehmen somit schlagartig verloren.

Veränderte Bedingungen am Arbeitsmarkt

Als weitere Ursache gelten außerdem die veränderten Bedingungen am Arbeitsmarkt: Arbeitnehmer wechseln leichter als früher zu einem anderen Arbeitgeber innerhalb des Handwerks, aber auch zur Industrie, weil die Konkurrenz um Fachkräfte groß ist.

Zunehmende Digitalisierung

Die zunehmende Digitalisierung wird dazu führen, dass viele Berufe nach und nach an Bedeutung verlieren. Lastwagenfahrer und Packer müssen damit rechnen, dass ihre Arbeit künftig von Robotern und Automaten erledigt wird. Buchhalter, Kreditsachbearbeiter und Immobilienmakler werden langfristig von elektronischen Systemen ersetzt. Gleichzeitig entstehen neue Verantwortungsbereiche, die ein viel komplexeres Fachwissen voraussetzen. Doch insbesondere die Verfügbarkeit hochqualifizierter Menschen nimmt kontinuierlich ab.

Uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit

Neben den hier benannten Ursachen sind es noch einige weitere, die zum Fachkräfteengpass im Handwerk geführt haben. Dazu zählt auch die Konkurrenz durch die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU.

Mangel an Auszubildenden

Das ist heute auch das größte Problem beim Fachkräftemangel: der Mangel an Auszubildenden. Wo heute Azubis in Unternehmen fehlen, fehlen morgen die Fachkräfte. Deshalb sollten erfolgreiche Unternehmen jetzt vor allem in die Azubi-Suche und eine spannende Ausbildung investieren.

Wie kann dem Fachkräftemangel entgegnet werden?

Generell gilt: Je größer der Fachkräftemangel in Ihrer Branche, desto mehr Kreativität ist bei der Bewerbersuche gefragt. Hebe Dich von der Masse der Mitbewerber, die ebenfalls qualifizierte Mitarbeiter suchen, ab.
Prüfe, ob folgende Maßnahmen für Deinen Betrieb nützlich sind:

  • Remote-Arbeiten steigern, beispielsweise für Web-Entwickler und Programmierer.
  • Bisher ungenutzte Potenziale anzapfen, beispielsweise Elternteile in Teilzeit und/oder Elternzeit.
  • Anreize schaffen, damit Mitarbeiter ihren Ruhestand hinauszögern.
  • Aufgaben verlagern, an Zeitarbeitskräfte, Selbständige und Arbeitskräfte mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen.
  • Arbeitsgestaltung überdenken, beispielsweise hinsichtlich Verantwortlichkeiten und notwendiger Fähigkeiten.
  • Ziehe mit Deinem Unternehmen dorthin, wo die Bevölkerung und die Wirtschaft schneller wachsen.
  • Strategische Personalplanung ausbauen.

Bewerber mit individuellen Vorzügen und Benefits für sich gewinnen

Der Fachkräftemangel in Deutschland gilt besonders für den Mittelstand als besorgniserregend. Mit einem gut durchdachten Personalmarketing kann hier gegengesteuert werden. Durch Personalmarketing möchte sich ein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber mit einem starken Unternehmensimage positionieren. So sollen einerseits Fachkräfte auf Dauer an den Betrieb gebunden, aber auch neue, potenzielle Bewerber angelockt werden. Offene Stellen können dadurch schneller mit gut ausgebildeten Fachkräften besetzt werden.

Im Prinzip basiert das Personalmarketing auf den gleichen Grundlagen wie das klassische Marketing. Es gilt, die Vorzüge der Marke bzw. des Unternehmens als interessanter Arbeitgeber herauszuarbeiten und für wechselbereite Fachkräfte verständlich und ansprechend darzustellen. Wichtig ist es, jede Zielgruppe einzeln zu berücksichtigen, um auf die individuellen Wünsche jedes Bewerbers einzugehen. Besonders junge Arbeitskräfte aus der „Generation Y“ stellen hier recht große Ansprüche, die mit den Ansätzen früherer Generationen nicht mehr vergleichbar sind.

Das Spektrum der angebotenen Benefits reicht von sehr guten Aufstiegsmöglichkeiten über attraktive Verdienstchancen bis hin zu „freiwilligen“ Angeboten wie betrieblichen Sportkursen oder Teamevents. Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte sind ebenfalls sehr gefragt und dienen der Mitarbeitermotivation. Nicht zu unterschätzen ist ein angenehmes Betriebsklima unter den Kollegen.

Kampf gegen den Fachkräftemangel: Ohne Employer Branding geht es nicht

Um dem Fachkräftemangel im eigenen Unternehmen entgegenzuwirken kann sich unterschiedlicher Personalmarketinginstrumente zur Kommunikation innerhalb des Unternehmens sowie nach außen bedient werden. Mit einem gut durchdachten Marketingkonzept wird es möglich, im War for Talents zu bestehen und die besten unter den gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften ins Unternehmen zu ziehen.

Methoden des Employer Branding sind beispielsweise:

Wettbewerbsanalyse

Vorab muss ein Branchenvergleich angestrebt werden, in welchem festgestellt wird was die Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens sind. Nur so können Unternehmen sich selbst promoten.

Kampagnen

Längerfristige Employer Branding Kampagnen können aus verschiedenen Elementen bestehen, z. B. aus Werbung im Web (z.B. via Google Ads) oder auf Messen, Social Media sowie dem Redesign von Stellenanzeigen.

Karriereseite

Contentpflege ist wichtig und eine gut gemachte Website sowie ein entsprechendes Bewerbermanagement sind Grundvoraussetzungen, um Online-Bewerbungen realisieren zu können.

SEO

Suchmaschinenoptimierung durch strategische Keywords ist essenziell, wenn ein Unternehmen mit seinen vakanten Jobs im Dschungel des Internets gefunden werden will.

Regionale Stellenmärkte und Branchen-Jobbörsen

Ganze Regionen und Branchen, die vom Fachkräftemangel stark betroffen sind, können sich zusammenschließen und ihr Recruiting über eine gemeinsame regionale Karriere-Plattform inklusive Jobbörse vorantreiben, analog meinestadt.de oder heimat-fuer-fachkraefte.de

Wer all dies verstanden hat und die Personalbindungsinstrumente geschickt nutzt, kann sich in Zeiten des Fachkräftemangels gegenüber anderen Unternehmen durchsetzen. Das erfolgreiche Recruiting von qualifizierten Arbeitnehmern ist definitiv die Basis für den langfristigen Unternehmenserfolg.

Bist Du Führungskraft und willst mehr zum erfolgreichen Recruiting und Bewerbungsmanagement in Zeiten von Fachkräftemangel wissen? Dann schau Dir unseren Kurs an und sei ein Gewinner im War for Talents.